Sonderausstellung

Chodowiecki300. Zwischen Kunst und Konfession

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19. Juni bis 25. Oktober 2026

Eine Sonderausstellung zum 300. Geburtstag von Daniel Chodowiecki

Daniel Chodowiecki (1726–1801) war weit mehr als ein berühmter Zeichner der Aufklärung. Während er europaweit für seine präzisen Alltagsbeobachtungen geschätzt wurde, blieb ein wesentlicher Teil seiner Identität oft im Schatten: sein tief verwurzeltes hugenottisches Familienleben und sein Engagement in der Französischen Kirche zu Berlin. Die neue Sonderausstellung widmet sich diesem spannungsreichen Verhältnis zwischen Kunstschaffen und religiöser Verankerung und lädt Sie ein auf eine überraschende Spurensuche rund um den Gendarmenmarkt. Entdecken Sie, wie das historische Zentrum der Hugenotten in Berlin untrennbar mit dem Leben und Werk Daniel Chodowieckis verbunden ist.

Der „Art Director“ der Hugenottengemeinde

Die Ausstellung präsentiert eine exklusive Auswahl an originalen Handzeichnungen, Druckgraphiken, historischen Büchern und Medaillen. Diese Werke zeigen Chodowiecki in einer besonderen Rolle: als virtuoser Gestalter im Auftrag seiner Gemeinde. Ob das Exlibris für die theologische Bibliothek, das Titelkupfer für das Psalmengesangsbuch oder Entwürfe für Gedenkmedaillen – Chodowiecki ließ reformierte Lehre, Aufklärungsgeist und künstlerische Meisterschaft ineinanderfließen.

Dabei schuf er ikonische Bilder, die den „Hugenottenmythos“ visuell prägten und bis heute im kulturellen Gedächtnis verankert haben. Dass seine Motive auch im Alltag der Zeitgenossen Einzug hielten, beweist ein ausgestellter, kunstvoller Damenfächer, der Chodowieckis Allegorien fast eins zu eins kopiert.

Monumentalwerke für den Gendarmenmarkt

Ein besonderes Highlight der Schau sind die originalen Entwurfszeichnungen aus der Kunstsammlung der Akademie der Künste. Sie dokumentieren Chodowieckis Arbeit für das monumentale Bildprogramm am Französischen Dom. Eigentlich als Meister der Miniatur bekannt, schuf er hier großformatige Tugendallegorien, Propheten und biblische Reliefs. Erstmals werden diese Entwürfe in ihrem ursprünglichen historischen Kontext gezeigt. Sie machen deutlich, wie sehr Chodowiecki das visuelle Erscheinungsbild des Gendarmenmarktes und das Selbstverständnis der Hugenotten in Berlin geprägt hat.

Einblick in die Werkstatt und das Archiv

Ergänzt wird die Ausstellung durch wertvolle Dokumente aus dem Archiv der Französischen Kirche. In seiner Autobiographie (um 1782) gewährt uns der Künstler direkte Einblicke in sein Schaffen. Zudem erlauben die Protokollbücher des Gemeindevorstands einen Blick hinter die Kulissen der Baugeschichte. Die oft zähen Verhandlungen zwischen Künstler, Kirche und dem preußischen Staat wirken dabei verblüffend modern und erinnern an heutige Debatten über Kunst im öffentlichen Raum.

Die Ausstellung ist Teil des internationalen Jubiläumsjahrs Chodowiecki300.  

Wir danken unseren Förderern und Kooperationspartnern: Landesdenkmal Berlin und Akademie der Künste Berlin.

 

Wir danken unseren Förderern:

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